Wie viele Steckdosen pro Raum?Steckdosen planen im Neubau

Steckdosen nachzurüsten heißt Wände schlitzen, verputzen, tapezieren. Deshalb lohnt es sich, die Zahl vor dem Rohbau festzulegen. Hier stehen die Richtwerte je Raum und woher sie kommen.

Veröffentlicht 06.11.2026 · Stand 06.11.2026

Kurz gesagt
Die Mindestzahl an Steckdosen regelt DIN 18015-2, die Richtwerte für mehr Komfort liefert RAL-RG 678 mit den Ausstattungswerten 1 bis 3. Ein Wohnzimmer bis 20 m² hat danach 4, 8 oder 10 allgemeine Steckdosen, ein Schlafzimmer bis 16 m² 6, 8 oder 10. Dazu kommen Steckdosen an Arbeitsflächen, Daten- und TV-Anschlüssen. Stand: 11/2026

Wie viele Steckdosen braucht ein Raum?

Das hängt von Raum, Größe und dem Ausstattungswert ab, den Sie für die Wohnung wählen. Die Mindestausstattung legt DIN 18015-2 fest, aktuell in der Ausgabe 2021-10. Die Richtlinie RAL-RG 678 baut darauf auf und unterscheidet drei Ausstattungswerte: 1 entspricht der Mindestausstattung nach DIN 18015-2, 2 einer Standardausstattung, 3 einer Komfortausstattung. Ein Wohnzimmer bis 20 m² hat danach 4, 8 oder 10 allgemeine Steckdosen.

DIN-Normen und RAL-Richtlinien sind keine Gesetze, sondern anerkannte Regeln der Technik. Die Initiative ELEKTRO+ empfiehlt, die Ausstattungswerte als Planungshilfe zu nutzen, und schreibt, dass sie bei Gerichtsverfahren als Planungsgrundlage akzeptiert sind. In Bauverträgen mit Bauträgern oder Fertighausherstellern lohnt deshalb der Blick, ob die Leistungsbeschreibung einen Ausstattungswert nennt.

Steckdosen planen: die Bezugsgrößen

Mindestausstattung
DIN 18015-2:2021-10, entspricht Ausstattungswert 1
Richtwerte
RAL-RG 678 (Februar 2023), Ausstattungswerte 1, 2 und 3, mit „plus“ für Gebäudesystemtechnik
Geltung
Ausstattungswert gilt für die ganze Wohneinheit, jeder Raum muss ihn mindestens erfüllen

Wie viele Steckdosen je Raum sehen die Ausstattungswerte vor?

Die Tabelle zeigt die allgemeinen Steckdosen nach der Kurzfassung der RAL-RG 678. Ein Ausstattungswert gilt immer für die ganze Wohneinheit: Ausstattungswert 2 setzt voraus, dass alle Räume mindestens die Werte der Spalte 2 erfüllen.

Ohne die zusätzlichen Steckdosen an Arbeitsflächen sowie an Daten- und TV-Anschlüssen; diese stehen unter der Tabelle.

Allgemeine Steckdosen je Raum nach RAL-RG 678, Ausstattungswert 1 bis 3
RaumWert 1Wert 2Wert 3
Küche335
Esszimmer357
Wohnzimmer bis 20 m²4810
Wohnzimmer über 20 m²51113
Schlaf-, Kinder-, Gästezimmer bis 16 m²6810
Schlaf-, Kinder-, Gästezimmer über 16 m²81113
Arbeitszimmer4812
Bad245
WC122
Flur bis 4 m Länge123
Flur über 4 m Länge234
Terrasse, Balkon, Loggia123
Hausarbeitsraum268
Keller, Dachboden, Garage122
  • Küche: zusätzlich 2 (Wert 1) oder 3 (Wert 2 und 3) Steckdosen je 1,20 m Arbeitsfläche, im Hausarbeitsraum 1 je 1,20 m.
  • An Daten- und TV-Anschlüssen kommen eigene Steckdosen dazu, im Wohnzimmer bis 20 m² zum Beispiel 3, 4 oder 8.
  • Werden Bereiche zusammengelegt, etwa Wohnen und Essen, sinkt die Zahl je Bereich um eine Steckdose.

Welche Geräte brauchen einen eigenen Stromkreis?

Alle großen Küchen- und Hausgeräte. Die RAL-RG 678 sieht schon beim Ausstattungswert 1 je einen Anschluss mit eigenem Stromkreis für Elektroherd, Mikrowelle oder Dampfgarer, Geschirrspüler, Waschmaschine und Wäschetrockner vor; Waschmaschine und Trockner je Wohnung nur einmal. Dazu kommt ein Warmwassergerät, wenn das Wasser nicht anders erwärmt wird. Für Steckdosen und Beleuchtung nennt die Richtlinie beim Ausstattungswert 1 eine Mindestzahl an Stromkreisen nach Wohnfläche:

  • bis 50 m²: 3 Stromkreise
  • über 50 bis 75 m²: 4 Stromkreise
  • über 75 bis 100 m²: 5 Stromkreise
  • über 100 bis 125 m²: 6 Stromkreise
  • über 125 m²: 7 Stromkreise

Ab Ausstattungswert 2 bekommt jeder Hauptraum, also Küche, Ess-, Wohn-, Schlaf- und Arbeitszimmer, Bad, Freisitz, Hausarbeitsraum, Hobbyraum und Keller, einen eigenen Stromkreis für Steckdosen und Licht; bei Wert 3 auch der Flur. Der Stromkreisverteiler muss in Mehrraumwohnungen mindestens vierreihig sein. Was die Planung im Neubau sonst umfasst, steht auf der Seite Elektroinstallation im Neubau.

In welcher Höhe sitzen Steckdosen, und wo laufen die Leitungen?

Als Vorzugshöhe für Steckdosen in Bodennähe nennt DIN 18015-3 30 cm über dem fertigen Fußboden, für Schalter und Steckdosen im mittleren Bereich 105 cm. Vorzugshöhe heißt: empfohlen, nicht vorgeschrieben. In Küchen und Hausarbeitsräumen sind Abweichungen vorgesehen, weil Steckdosen dort über der Arbeitsplatte sitzen.

Die Leitungen dazu laufen in festen Installationszonen. Nach DIN 18015-3 in der Ausgabe 2016-09 liegen die waagerechten Zonen 15 bis 45 cm über dem Fußboden und 15 bis 45 cm unter der Decke, in Räumen mit Arbeitsflächen zusätzlich 100 bis 130 cm über dem Fußboden. Senkrechte Zonen verlaufen neben Türen, Fenstern und Raumecken. Wer später ein Bild aufhängt oder ein Regal anschraubt, weiß damit, wo keine Leitung liegen sollte. Fotografieren Sie die Wände vor dem Verputzen trotzdem.

Was gilt für Steckdosen im Bad?

Steckdosen sind im Bad nur außerhalb der Schutzbereiche 0, 1 und 2 erlaubt. Bereich 0 ist das Innere von Wanne oder Duschtasse, Bereich 1 der Raum darüber bis 225 cm Höhe. Bereich 2 schließt daran an und reicht 60 cm weiter in den Raum. Die VDE-Verbraucherinformation nennt dafür eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung mit höchstens 30 mA als Pflicht. Die Bad-Norm DIN VDE 0100-701 liegt seit Juni 2025 in einer neuen Ausgabe vor.

Fehlerstrom-Schutz betrifft nicht nur das Bad. Nach DIN VDE 0100-410 in der Ausgabe 2018-10 brauchen Steckdosen bis 32 A, die von Laien benutzt werden, einen zusätzlichen Schutz durch einen Fehlerstrom-Schutzschalter; in Wohnungen gilt das inzwischen auch für die Beleuchtungsstromkreise. Im Neubau ist das deshalb Standard. Was im Bestand gilt, steht im Artikel FI-Schalter nachrüsten.

Wie plane ich Netzwerk und Smart Home gleich mit?

Mit Leerrohren und Anschlüssen an den richtigen Stellen. Die RAL-RG 678 zählt Telefon- und Datenanschlüsse je Raum mit: beim Ausstattungswert 1 einen im Wohnzimmer bis 20 m², zwei darüber, einen im Schlafzimmer und zwei im Arbeitszimmer. DIN 18015-1 schreibt Rohrnetze für Telekommunikation sowie Radio und Fernsehen vor; laut Raumplaner der Initiative ELEKTRO+ machen sie die Installation offen für spätere Technik. Rollladenantriebe sind ab Wert 2 je Antrieb einzuplanen.

Wer Gebäudesystemtechnik will, wählt einen Ausstattungswert mit „plus“: 1plus bereitet sie nach DIN 18015-4 vor, 2plus und 3plus setzen ein oder zwei Funktionsbereiche um. Welche Systeme dafür infrage kommen, zeigt die Seite Smart-Home-Technologie.

Die Steckdosenplanung gehen wir mit Ihnen Raum für Raum am Grundriss durch, damit der ausführende Betrieb mit klaren Mengen kalkuliert.

Grundriss da? Wir planen die Steckdosen Raum für Raum.

Schicken Sie den Grundriss und sagen Sie, wie Sie die Räume nutzen. Wir zeigen, welcher Ausstattungswert passt und wo Steckdosen, Daten- und TV-Anschlüsse hingehören.

Name
Oguzhan Murat
Funktion
Inhaber · Ansprechpartner
Qualifikation
Geprüfter Industriemeister – Fachrichtung Elektrotechnik (IHK)

Steckdosen im Neubau: häufige Fragen

Wie viele Steckdosen gehören ins Wohnzimmer?

Nach RAL-RG 678 hat ein Wohnzimmer bis 20 m² beim Ausstattungswert 1 vier, bei 2 acht und bei 3 zehn allgemeine Steckdosen. Über 20 m² sind es 5, 11 oder 13. Dazu kommen Steckdosen an den Daten- und TV-Anschlüssen. Wird das Wohnzimmer mit dem Essbereich zusammengelegt, sinkt die Zahl je Bereich um eine Steckdose.

Wie viele Steckdosen braucht eine Küche?

Beim Ausstattungswert 1 sind es 3 allgemeine Steckdosen und 2 je 1,20 m Arbeitsfläche, bei Wert 2 3 und 3 je 1,20 m, bei Wert 3 5 und 3 je 1,20 m. Elektroherd, Mikrowelle oder Dampfgarer und Geschirrspüler bekommen jeweils einen eigenen Stromkreis, dazu Anschlüsse für Kühl- und Gefriergerät und Dunstabzug. Planen Sie diese Stromkreise vor dem Verputzen ein.

In welcher Höhe werden Steckdosen gesetzt?

DIN 18015-3 nennt für Steckdosen in Bodennähe eine Vorzugshöhe von 30 cm über dem fertigen Fußboden, für Schalter und Steckdosen im mittleren Bereich 105 cm. Das sind Empfehlungen, keine Pflichtmaße. In Küche und Hausarbeitsraum sitzen Steckdosen über der Arbeitsfläche, ihre Höhe richtet sich nach Arbeitsplatte und Rückwand. Legen Sie die Höhen fest, bevor die Leitungen verlegt werden.

Wo darf im Bad eine Steckdose sitzen?

Außerhalb der Schutzbereiche 0, 1 und 2. Bereich 0 ist das Innere von Wanne oder Duschtasse, Bereich 1 der Raum darüber bis 225 cm Höhe, Bereich 2 reicht 60 cm weiter in den Raum. Die Steckdose im Bad muss über einen Fehlerstrom-Schutzschalter mit höchstens 30 mA laufen. Die RAL-RG 678 sieht im Bad 2, 4 oder 5 allgemeine Steckdosen vor.

Welchen Ausstattungswert sollte ich im Neubau wählen?

Ausstattungswert 1 ist die Mindestausstattung nach DIN 18015-2. Wer viele Geräte nutzt, im Homeoffice arbeitet oder Smart Home plant, landet schnell bei Wert 2 oder 3. Laut Initiative ELEKTRO+ macht die Elektroinstallation mit Wert 1 etwa 3 Prozent der Baukosten eines Einfamilienhauses aus, mit Wert 2 etwa 4 und mit Wert 3 etwa 4,8 Prozent. Nachrüsten nach dem Einzug ist deutlich aufwendiger.

Kann ich später noch Steckdosen nachrüsten lassen?

Ja, aber mit Aufwand. Für neue Leitungen werden Wände geschlitzt, verputzt und neu gestrichen oder tapeziert. Die Initiative ELEKTRO+ nennt Nachinstallationen deshalb um ein Vielfaches teurer als eine Planung vor dem Rohbau. Wer unsicher ist, legt an kritischen Stellen Leerrohre oder Leerdosen vor. Arbeiten an der festen Installation führt ein eingetragener Elektrofachbetrieb aus.

Grundlagen & Normen
RAL-RG 678 Elektrische Anlagen in Wohngebäuden, Kurzfassung (Ausgabe Februar 2023) · Initiative ELEKTRO+ · abgerufen 2026-11-06
Raumplaner Elektroinstallation, 7. Auflage (September 2026) · Initiative ELEKTRO+, fachlich beraten von der HEA · abgerufen 2026-11-06
DIN 18015-2:2021-10 Elektrische Anlagen in Wohngebäuden – Teil 2: Art und Umfang der Mindestausstattung · DIN Media · abgerufen 2026-11-06
DIN 18015-3:2016-09 Elektrische Anlagen in Wohngebäuden – Teil 3: Leitungsführung und Anordnung der Betriebsmittel · DIN Media · abgerufen 2026-11-06
Leitungsverlegung und Installationszonen (DIN 18015-3) · Baunetz Wissen Elektro (Heinze) · abgerufen 2026-11-06
Elektrogeräte im Badezimmer: Schutzbereiche · VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik · abgerufen 2026-11-06
Erläuterungsliste zu DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410):2018-10 · DKE · abgerufen 2026-11-06