Neubau · Stuttgart-Stammheim
Elektroinstallation im Neubau.Geplant, bevor der Putz kommt.
Im Neubau entscheidet die Planung über den Preis pro Quadratmeter. Wir gehen Ihren Grundriss Raum für Raum durch, planen Leerrohre für später ein und sagen Ihnen, wann der Netzbetreiber dazukommt.

- Kurz gesagt
- Eine Elektroinstallation im Neubau läuft in drei Phasen: Planung am Grundriss, Rohinstallation vor dem Putz, Fertiginstallation nach dem Maler. Den Netzanschluss beauftragt der Bauherr beim Netzbetreiber (§ 6 NAV), die Inbetriebsetzung gibt das ausführende, eingetragene Installationsunternehmen in Auftrag (§ 14 NAV). Den Preis pro m² bestimmen Ausstattung, Leerrohre und Zählerplatz. Stand: 10/2026
Kurze Antwort
Wie läuft eine Elektroinstallation im Neubau ab?
In drei Phasen, die an den Baufortschritt gekoppelt sind. Die erste findet am Schreibtisch statt, die zweite im Rohbau, die dritte nach dem Maler. Fehlt die erste, folgen in der zweiten Nachträge.
Planung, Rohinstallation, Fertiginstallation
01Grundriss · vor dem Rohbau
Planung am Grundriss
Je Raum Steckdosen, Schalter, Lichtauslässe und Netzwerkdosen festlegen, dazu Außenanschlüsse, Zählerplatz, Unterverteilung und Leerrohre für später. Zeitpunkt: bevor der Rohbau steht.
02Rohbau · vor Putz und Estrich
Rohinstallation
Nach dem Rohbau, vor Putz und Estrich: Dosen setzen, Leerrohre und Leitungen verlegen, Zählerplatz und Unterverteilung vorbereiten.
03Nach Putz und Maler
Fertiginstallation
Nach Putz und Maler: Schalter, Steckdosen und Leuchtenanschlüsse montieren, Verteilung bestücken und messen. Die Inbetriebsetzung gibt das eingetragene Installationsunternehmen beim Netzbetreiber in Auftrag (§ 14 NAV).
Neubau-Elektrik: Regeln auf einen Blick
- Netzanschluss
- beauftragt der Anschlussnehmer beim Netzbetreiber in Textform; der Netzbetreiber nennt den Zeitbedarf spätestens zehn Werktage nach Beauftragung (§ 6 Abs. 1 NAV)
- Inbetriebsetzung
- gibt das Installationsunternehmen in Auftrag, das die Anlage errichtet hat (§ 14 Abs. 2 NAV)
- Zählerplatz
- VDE-AR-N 4100:2026-04 (TAR Niederspannung) als rechtlicher Rahmen
- Netzinfrastruktur im Neubau
- passive Netzinfrastruktur bis zu den Netzabschlusspunkten (§ 145 Abs. 4 TKG); Einfamilienhäuser u. a. ausgenommen (Abs. 6)
Planung
Was sollte geplant sein, bevor der Rohbau steht?
Die Ausstattung je Raum. Zählen Sie im Grundriss die Stellen, an denen Sie Strom, Licht oder Netzwerk brauchen: Bett, Schreibtisch, Fernseher, Arbeitsplatte, Außenwand für Terrasse und Garten. Was hier steht, landet im Angebot und später an der richtigen Stelle in der Wand.
Leerrohre für später. Ein leeres Rohr vom Keller zum Dach, zum Stellplatz und in die Wohnräume nimmt Kabel auf, die heute noch niemand braucht: PV-Leitungen, Netzwerk, eine spätere Zuleitung. Für neu errichtete Gebäude schreibt § 145 Abs. 4 TKG passive Netzinfrastruktur bis zu den Netzabschlusspunkten vor, also auch für Zweifamilien- und Mehrfamilienhäuser; Einfamilienhäuser sind nach Abs. 6 ausgenommen. Dort ist es Ihre Entscheidung.
Platz im Zählerschrank. Neue steuerbare Verbrauchseinrichtungen über 4,2 kW, etwa eine Wärmepumpe oder ein privater Ladepunkt, müssen nach § 14a EnWG steuerbar sein. Die Steuerungstechnik sitzt im Zählerschrank; welche Felder dafür vorzusehen sind, legt der Netzbetreiber in seinen technischen Anschlussbedingungen fest.
Was beim Zählerschrank im Bestand anders ist: erneuern oder ertüchtigen
Im Rohbau mitplanen oder später nachrüsten: Was ist der Unterschied?
Vieles lässt sich später nachrüsten, nur nicht ohne Aufwand. Die Tabelle zeigt für typische Ausstattungen, was im Rohbau dafür nötig ist und was ein späterer Einbau bedeutet.
Nicht alles muss gleich angeschlossen werden. Oft reicht das Rohr; die Leitung folgt, wenn der Bedarf da ist.
| Ausstattung | Im Rohbau mitgeplant | Später nachgerüstet |
|---|---|---|
| Netzwerk in den Räumen | Leerrohr und Dose in der Wand, Kabel lässt sich später einziehen | Kabelkanal auf der Wand oder Schlitz mit Putz und Malerarbeiten |
| PV-Leitung Dach–Keller | Leerrohr durch die Geschosse | Weg über Schacht, Fassade oder durch Decken |
| Zuleitung zum Stellplatz | Leerrohr oder Zuleitung beim Erdbau | Erdarbeiten oder Wanddurchbruch |
| Steuerungstechnik § 14a EnWG | Felder im Zählerschrank eingeplant | Erweiterung oder Umbau des Zählerschranks |
Planung
Was im Rohbau fehlt, kommt später durch die Wand.
Schicken Sie uns Ihren Grundriss, bevor der Rohbau steht. Wir gehen ihn mit Ihnen Raum für Raum durch.
Was vor dem Rohbau feststehen sollte
- 01Anschlussstellen je RaumSteckdosen, Schalter, Licht und Netzwerk, im Grundriss eingezeichnet.
- 02LeerrohreWege zu Dach, Keller, Stellplatz und in die Wohnräume.
- 03ZählerplatzFelder und Reserve für Steuerungstechnik, PV und Wärmepumpe.
Netzbetreiber
Wann kommt der Netzbetreiber beim Neubau ins Spiel?
Zweimal. Zuerst beim Netzanschluss: Den beauftragt der Anschlussnehmer, also in der Regel Sie als Bauherr, in Textform beim Netzbetreiber, seit 2024 auch über dessen Internetseite. Spätestens zehn Werktage danach nennt der Netzbetreiber den voraussichtlichen Zeitbedarf (§ 6 Abs. 1 NAV). Art und Lage des Anschlusses bestimmt er nach Beteiligung des Bauherrn. Für den Hausanschlusskasten ist ein geeigneter Platz bereitzustellen; als rechtlicher Rahmen nennt die Verordnung dafür die DIN 18012.
Dann bei der Inbetriebsetzung. Nach § 14 NAV setzt der Netzbetreiber den Netzanschluss in Betrieb; die Anlage dahinter darf nur das Installationsunternehmen in Betrieb setzen. Den Auftrag an den Netzbetreiber gibt das Unternehmen, das die Anlage nach § 13 Abs. 2 NAV errichtet hat, gegebenenfalls auf dessen Vordruck. Der Netzbetreiber kann dafür eine Kostenerstattung verlangen, auch pauschal.
Im Stuttgarter Stadtgebiet ist das die Stuttgart Netze. Planen Sie den Antrag für den Netzanschluss früh ein, damit der Anschluss steht, wenn die Fertiginstallation beginnt.
Wovon hängt der Preis pro m² im Neubau ab?
Zwei Häuser mit gleicher Wohnfläche können sich in der Zahl der Anschlussstellen stark unterscheiden. Deshalb zählen Grundriss und Ausstattung, nicht die Fläche allein.
| Pos. | Leistung | Wovon der Preis abhängt |
|---|---|---|
| 01 | Netzwerk und Leerrohre | Netzwerkdosen je Raum, Leerrohre zu Dach, Keller, Stellplatz und Garten, Netzwerkverteiler |
| Verbindlich ist das Angebot nach dem Vor-Ort-Termin. | ||
Fragen
Bauherren fragen: Kosten, Leerrohre, Anmeldung
Was kostet eine Elektroinstallation im Neubau pro m² bzw. für ein Einfamilienhaus?
Der Preis pro Quadratmeter folgt aus der Ausstattung, nicht aus der Fläche. Entscheidend sind die Zahl der Anschlussstellen je Raum, die Netzwerkdosen und Leerrohre, der Zählerplatz mit Feldern für Steuerungstechnik nach § 14a EnWG und die Außenanschlüsse. Ein Einfamilienhaus mit vielen Netzwerkdosen und Vorbereitung für PV und Wärmepumpe liegt anders als eines mit Grundausstattung. Belastbar ist erst ein Angebot auf Basis des durchgeplanten Grundrisses.
Wann muss der Elektriker beim Neubau dabei sein?
Dreimal. Zuerst in der Planung, bevor der Rohbau steht: Dann werden Anschlussstellen, Leerrohre und Zählerplatz am Grundriss festgelegt. Danach zur Rohinstallation, wenn die Wände stehen und bevor Putz und Estrich kommen; jetzt kommen Dosen, Rohre und Leitungen in die Wand. Zuletzt zur Fertiginstallation nach dem Maler, mit Schaltern, Steckdosen und Messung; die Inbetriebsetzung gibt das eingetragene Installationsunternehmen in Auftrag (§ 14 Abs. 2 NAV). Fehlt der erste Termin, wird die Rohinstallation zur Planung auf der Baustelle, und Änderungen werden teurer.
Welche Leerrohre sollte man im Neubau für Smart Home und Netzwerk vorsehen?
Sinnvoll sind Leerrohre vom Hausanschlussraum zu jedem Wohnraum für Netzwerk, vom Keller zum Dach für eine spätere PV-Anlage und vom Haus zum Stellplatz für eine Zuleitung. Für Smart Home helfen Rohre zu Fenstern mit Rollläden und zu Außenwänden mit Kameras oder Leuchten. In neu errichteten Gebäuden ist passive Netzinfrastruktur bis zu den Netzabschlusspunkten nach § 145 Abs. 4 TKG Pflicht; Einfamilienhäuser sind nach Abs. 6 ausgenommen. Welche Wege in Ihrem Haus Sinn ergeben, klären wir am Grundriss.
Muss der Neubau beim Netzbetreiber angemeldet werden?
Ja, in zwei Schritten. Den Netzanschluss beauftragt der Bauherr als Anschlussnehmer in Textform beim Netzbetreiber; der nennt innerhalb von zehn Werktagen den voraussichtlichen Zeitbedarf (§ 6 Abs. 1 NAV). Die Inbetriebsetzung gibt später das Installationsunternehmen in Auftrag, das die Anlage errichtet hat und in ein Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist (§ 14 Abs. 2 und § 13 Abs. 2 NAV). Kommt eine PV-Anlage dazu, ist sie vor der Errichtung mitzuteilen (§ 19 Abs. 3 NAV). Stellen Sie den Antrag für den Netzanschluss früh.
Muss ein Zählerschrank im Neubau schon für Wallbox oder Wärmepumpe vorbereitet werden?
Planen Sie es gleich mit ein, das spart einen späteren Umbau. Der Zählerplatz eines Neubaus muss der VDE-AR-N 4100 als rechtlichem Rahmen entsprechen. Neue Wärmepumpen und private Ladepunkte über 4,2 kW müssen nach § 14a EnWG steuerbar sein, und die Steuerungstechnik dafür sitzt im Zählerschrank. Kommt sie später dazu, ist zu prüfen, ob der vorhandene Zählerplatz dafür geeignet ist. Wer die Felder gleich einplant, erspart sich diese Prüfung und einen möglichen Umbau. Welche Felder Ihr Netzbetreiber verlangt, steht in seinen technischen Anschlussbedingungen.
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Anfrage in zwei Schritten
Erst das Anliegen, dann wie wir Sie erreichen. Ein Foto vom geöffneten Zählerschrank ersetzt oft den ersten Termin.
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Kornwestheimer Straße 40, 70439 Stuttgart-Stammheim - Zeiten
- Mo–Sa 08:00–17:00
- Grundlagen & Normen
- Niederspannungsanschlussverordnung (NAV), § 6 Herstellung des Netzanschlusses · Bundesministerium der Justiz · abgerufen 2026-10-01
- Niederspannungsanschlussverordnung (NAV), § 13 Elektrische Anlage · Bundesministerium der Justiz · abgerufen 2026-10-01
- Niederspannungsanschlussverordnung (NAV), § 14 Inbetriebsetzung der elektrischen Anlage · Bundesministerium der Justiz · abgerufen 2026-10-01
- Niederspannungsanschlussverordnung (NAV), § 19 Betrieb von elektrischen Anlagen und Verbrauchsgeräten · Bundesministerium der Justiz · abgerufen 2026-10-01
- Telekommunikationsgesetz (TKG), § 145 Netzinfrastruktur von Gebäuden · Bundesministerium der Justiz · abgerufen 2026-10-01
- TAR Niederspannung VDE-AR-N 4100 · VDE FNN · abgerufen 2026-10-01
- Steuerbare Verbrauchseinrichtungen (§ 14a EnWG) · Bundesnetzagentur · abgerufen 2026-10-01
- Technische Mindestanforderungen § 14a EnWG, Abschnitt 2.5.3 und 2.6 (Beispiel eines Netzbetreibers, Stand 01/2026) · e-netz Südhessen AG · abgerufen 2026-10-01