FI-Schalter löst aus:Ursache finden, sicher reagieren

Ein FI-Schalter, der auslöst, hat seine Aufgabe erfüllt: Er hat einen Fehlerstrom gemessen und abgeschaltet. Hier steht, wie Sie die Ursache eingrenzen, ohne die Anlage zu öffnen, und ab wann Sie nicht weiter probieren sollten.

Veröffentlicht 06.11.2026 · Stand 06.11.2026

Kurz gesagt
Ein FI-Schalter löst aus, wenn Strom über einen Fehlerweg zur Erde fließt, meist wegen eines defekten Geräts, Feuchtigkeit oder zu vieler Ableitströme an einem Schalter. Stecken Sie alle Geräte des Bereichs aus und schalten Sie einmal wieder ein. Fliegt er ohne Geräte sofort wieder raus oder riecht es verschmort, rufen Sie einen Elektriker. Stand: 11/2026

Warum fliegt der FI-Schalter raus?

Weil er einen Fehlerstrom gemessen hat. Ein Fehlerstrom-Schutzschalter, kurz FI oder RCD, vergleicht den Strom, der in einen Stromkreis hinein- und wieder herausfließt. Fehlt ein Teil, weil er über das Gehäuse eines Geräts, über Feuchtigkeit oder über einen Menschen zur Erde abfließt, schaltet er ab. Das Institut für Arbeitsschutz der DGUV beschreibt es so: Fehlerströme durch Isolationsfehler werden erfasst und führen zur Abschaltung, und zwar schon bei sehr geringen Strömen, bei denen eine normale Sicherung noch nicht reagiert.

FI-Schalter in Kürze

Löst aus bei
Fehlerstrom gegen Erde, etwa durch einen Isolationsfehler (IFA)
Üblicher Wert für den Personenschutz
Bemessungsdifferenzstrom höchstens 30 mA
Häufige Fehlauslösung
Summe der Ableitströme vieler Geräte an einem FI (Elektropraktiker)
Prüftaste
empfohlen etwa alle 6 Monate oder laut Hersteller (DGUV)

Nicht immer steckt ein einzelner Defekt dahinter. Viele Geräte geben im Betrieb kleine Ströme über den Schutzleiter ab, sogenannte Ableitströme. Hängen zu viele davon an einem FI-Schalter, addieren sie sich. Laut Elektropraktiker liegen Fehlauslösungen fast immer an zu hohen Ableitströmen und nur bedingt an Isolationsfehlern. Als rechtlicher Rahmen für die Planung begrenzt DIN VDE 0100-530 diese Summe auf das 0,3-Fache des Bemessungsfehlerstroms, bei einem 30-mA-Schalter also auf 9 mA. Deshalb verteilt man die Stromkreise eines Hauses auf mehrere FI-Schalter.

FI-Schalter oder Sicherung: Was ist rausgeflogen?

Das sehen Sie am Schalter selbst, ohne etwas aufzuschrauben. Ein FI-Schalter ist breiter als eine Sicherung und hat eine Prüftaste, meist mit „T“ beschriftet. Leitungsschutzschalter, im Alltag „Sicherung“ genannt, sind Überstrom-Schutzeinrichtungen: Sie schalten ab, wenn zu viel Strom fließt, etwa bei einem Kurzschluss. Die Unterscheidung hilft bei der Suche nach der Ursache.

Die Tabelle zeigt, woran Sie die beiden Schalter erkennen und was ihre Auslösung bedeutet.

FI-Schalter und Sicherung im Vergleich
SchalterErkennen Sie anSchaltet ab beiBetroffen
FI-Schalter (RCD)Prüftaste „T“, breiter als eine SicherungFehlerstrom gegen Erdealle Stromkreise dahinter, oft mehrere Räume
Leitungsschutzschalterschmaler Kippschalter, beschriftet mit StromkreisÜberstrom, zum Beispiel Kurzschlussein Stromkreis
SchraubsicherungPorzellankopf mit Kennmelder im SichtfensterÜberstromein Stromkreis, Patrone muss getauscht werden

Springt nur eine Sicherung raus, hängt an diesem Stromkreis meist zu viel Last oder ein Gerät mit Kurzschluss. Fliegt der FI-Schalter raus, sind mehrere Räume dunkel und die Ursache kann in jedem Stromkreis dahinter liegen. Gibt es in Ihrem Verteiler gar keinen Schalter mit Prüftaste, hat die Anlage keinen Fehlerstromschutz. Ob und wann er nachzurüsten ist, steht im Artikel FI-Schalter nachrüsten; was das für einen Altbau insgesamt bedeutet, auf der Seite Elektrik im Altbau erneuern.

Was dürfen Sie selbst tun, wenn der FI ausgelöst hat?

Hinsehen, Geräte ausstecken, einmal einschalten. Mehr nicht. Bevor Sie den Schalter anfassen, prüfen Sie: Riecht es verschmort, ist ein Schalter warm oder verfärbt, ist irgendwo Wasser eingedrungen? Dann lassen Sie ihn aus und rufen einen Elektriker. Sonst gehen Sie so vor:

  • Alle Geräte in den betroffenen Räumen ausschalten und aus der Steckdose ziehen, auch Ladegeräte und Außenbeleuchtung mit Stecker.
  • Den FI-Schalter einmal wieder einschalten. Bleibt er drin, liegt der Fehler wahrscheinlich in einem der Geräte.
  • Die Geräte einzeln wieder einstecken und einschalten, mit etwas Abstand. Löst der FI bei einem bestimmten Gerät aus, benutzen Sie dieses Gerät nicht mehr und lassen es prüfen.
  • Fliegt der FI ohne eingesteckte Geräte sofort wieder raus, liegt der Fehler in der festen Installation: in Leitungen, Dosen, fest angeschlossenen Geräten wie Herd oder Durchlauferhitzer. Hier hören Sie auf.

Bitte halten Sie den Schalter nicht mit der Hand fest, überbrücken Sie ihn nicht und nehmen Sie keine Abdeckung am Verteiler ab. Ein FI, der immer wieder auslöst, zeigt einen Fehler an. Wer ihn außer Kraft setzt, entfernt den Schutz, der bei einem Stromschlag abschaltet. Der VDE-Ausschuss für Sicherheits- und Unfallforschung nennt 40 Milliampere als Stromstärke, die für Menschen bereits tödlich sein kann; ein 30-mA-Schalter schaltet vorher ab.

Wann müssen Sie einen Elektriker rufen?

Immer dann, wenn der Fehler nicht an einem Gerät hängt, das Sie ausstecken können. Konkret in diesen Fällen:

  • Der FI löst ohne eingesteckte Geräte sofort wieder aus.
  • Es riecht verschmort, eine Steckdose oder ein Schalter ist warm, verfärbt oder beschädigt.
  • Der FI fliegt nach Regen oder in feuchten Räumen raus, etwa bei Außensteckdosen, im Keller oder in der Garage.
  • Der FI löst unregelmäßig aus, ohne dass Sie ein Gerät als Auslöser finden.
  • Beim Drücken der Prüftaste schaltet der FI nicht ab. Dann ist er laut IFA defekt.

Die Fehlersuche in der festen Anlage ist Arbeit mit Messgerät: Isolationswiderstand je Stromkreis, Ableitströme, Zustand der Schutzeinrichtung. Wie wir eine Störung eingrenzen und beheben, beschreibt unser Reparaturservice für Elektrik. Ist am Abend oder Wochenende ein großer Teil des Hauses ohne Strom, erreichen Sie uns über den Elektro-Notdienst.

Wie oft sollten Sie die Prüftaste am FI drücken?

Etwa alle sechs Monate, sofern der Hersteller nichts anderes angibt. Für Betriebe empfiehlt die DGUV in den Durchführungsanweisungen zur DGUV Vorschrift 3 die Betätigung der Prüftaste je nach Einsatz alle sechs Monate oder arbeitstäglich; Hersteller dürfen abweichende Fristen angeben. Für Privathaushalte schreibt kein Gesetz eine Frist vor, der halbjährliche Rhythmus ist eine sinnvolle Orientierung.

Beim Drücken wird ein Fehlerstrom nachgebildet, der FI muss sofort abschalten. Tut er das nicht, ist er defekt und gehört getauscht. Danach schalten Sie ihn wieder ein. Uhren an Herd und Backofen müssen Sie eventuell neu stellen. Ob er beim vorgesehenen Fehlerstrom rechtzeitig auslöst, misst eine Elektrofachkraft bei einer Prüfung der Anlage.

Der FI fliegt immer wieder raus? Wir suchen den Fehler.

Beschreiben Sie kurz, wann er auslöst und welche Räume betroffen sind. Wir melden uns mit einem Termin.

Name
Oguzhan Murat
Funktion
Inhaber · Ansprechpartner
Qualifikation
Geprüfter Industriemeister – Fachrichtung Elektrotechnik (IHK)

Fragen, wenn der FI-Schalter rausfliegt

Der FI-Schalter fliegt nachts raus, ohne dass jemand etwas einschaltet. Woran liegt das?

Häufig an Geräten, die zeitgesteuert anlaufen oder dauernd am Netz hängen: Kühl- und Gefriergeräte, Heizungspumpen, Außenbeleuchtung mit Dämmerungsschalter, Waschmaschinen mit Startzeit. Auch Tau oder Regen an Außensteckdosen kommt infrage. Notieren Sie, wann der FI auslöst und wie das Wetter war. Hilft das Ausstecken einzelner Geräte nicht, liegt der Fehler oft in der festen Installation und gehört in die Hand eines Elektrikers.

Der FI löst nur aus, wenn ich ein bestimmtes Gerät einschalte. Ist das Gerät kaputt?

Wahrscheinlich hat das Gerät einen Isolationsfehler, zum Beispiel durch Feuchtigkeit im Heizelement eines Wasserkochers oder einer Waschmaschine. Benutzen Sie es nicht mehr und lassen Sie es prüfen oder ersetzen. Löst der FI bei mehreren Geräten an derselben Steckdose aus, kann auch die Steckdose oder die Leitung dahinter die Ursache sein.

Die Sicherung fliegt raus, nicht der FI. Was bedeutet das?

Ein Leitungsschutzschalter springt raus, wenn in seinem Stromkreis zu viel Strom fließt: zu viele leistungsstarke Geräte gleichzeitig, etwa Wasserkocher, Heizlüfter und Föhn, oder ein Kurzschluss. Schalten Sie einige Geräte ab und schalten Sie die Sicherung wieder ein. Springt sie ohne Last sofort wieder raus, liegt ein Kurzschluss in Leitung oder Dose vor, dann bitte nicht weiter probieren.

Darf ich einen defekten FI-Schalter selbst austauschen?

Nein. Der Tausch ist eine Arbeit im geöffneten Verteiler mit spannungsführenden Teilen und gehört in die Hand einer Elektrofachkraft. Für den Bereich zwischen Hausanschlusssicherung und Zähler verlangt § 13 Abs. 2 NAV zudem einen Betrieb, der im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist, auch bei Instandhaltung. Wichtig ist auch, dass der neue Schalter zu Anlage und Geräten passt.

Nach dem Drücken der Prüftaste geht der FI nicht mehr rein. Was jetzt?

Ziehen Sie zuerst alle Geräte in den betroffenen Räumen aus der Steckdose und versuchen Sie es noch einmal. Bleibt der FI auch dann nicht drin, liegt entweder ein Fehler in der festen Installation vor oder der Schalter selbst ist defekt. Beides klärt ein Elektriker mit dem Messgerät. Bis dahin bleiben die Stromkreise hinter diesem FI aus.

Grundlagen & Normen
BIA-Info 01/99: Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (Stand Juli 2006) · Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) · abgerufen 2026-11-06
Sichere Anlagen – Teil 3: Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen für den Zusatzschutz (Heft 6/2009) · Elektropraktiker · abgerufen 2026-11-06
RCD für Wärmepumpe (Leseranfrage, 13.08.2024) · Elektropraktiker · abgerufen 2026-11-06
Manuelle Funktionsprüfung von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (14.01.2016) · DGUV, Sachgebiet Elektrotechnik und Feinmechanik · abgerufen 2026-11-06
Heizungseinbau in Altbauten – Stromschlag in der Wohnung verhindern · VDE, Ausschuss Sicherheits- und Unfallforschung · abgerufen 2026-11-06
Niederspannungsanschlussverordnung (NAV), § 13 Elektrische Anlage · Bundesministerium der Justiz · abgerufen 2026-10-01